Repetitorium - viele Fragen, richtige Antworten: Dr. Dirk Schweinberger von Jura Intensiv.
Der Besuch eines Repetitoriums wirft bereits im Vorfeld viele Fragen auf. Da kann man leicht den Überblick verlieren. Damit das nicht passiert, haben wir einen Experten zu Rate gezogen, der die wichtigsten Antworten bietet und somit die Auswahl des passenden Kurses erleichtert.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Besuch eines Repetitoriums?
Der Besuch eines Repetitoriums verlangt viel Zeit – was vielen leider nicht bewusst ist. In der „Schein-Phase“, in der für Klausuren gelernt und vor allem Haus- und Seminararbeiten geschrieben werden müssen, kann ein Repetitorium kaum parallel besucht werden.Wir empfehlen daher, den Examenskurs für die Vorbereitung auf die staatliche Pflichtfachprüfung erst zu besuchen, wenn man seine Scheine erworben hat oder bestenfalls nur noch Klausuren für den Scheinerwerb ausstehen. Und wenn dann doch mal alles parallel läuft: Maximal eine Hausarbeit sollte noch zu schreiben sein, sonst verliert man im Repetitorium den Anschluss.
Welchen Zeitaufwand verlangt der Besuch des Repetitors (pro Woche)?
Fast alle Anbieter haben die Examenskurse so aufgebaut, dass in der Woche drei Mal Unterricht stattfindet. Die Unterrichtszeit pro Sitzung liegt bei drei bis vier Stunden. Die Nachbereitung verlangt pro Sitzung mindestens vier bis fünf Stunden, meist deutlich mehr. Hinzu kommen das Schreiben von Klausuren und die regelmäßige Wiederholung des bisher behandelten Stoffes. Wir sagen unseren Teilnehmern deshalb immer, dass ein wöchentlicher Aufwand von mindestens 40 Stunden für eine erfolgreiche Teilnahme unabdingbar ist.
Warum sollte man überhaupt zum Repetitor gehen?
Dafür gibt es sicherlich vielerlei Gründe. Zunächst fällt hier die extreme Stofffülle ins Gewicht, die im Examen innerhalb kurzer Zeit beherrscht werden muss. Einem Studenten, der noch am Anfang des Lernens steht, ist es oftmals kaum möglich, den Prüfungsstoff selbst richtig zu sortieren und zu gewichten. Schon deshalb ist es sinnvoll, sich einem Profi anzuvertrauen, der das Lernpensum für die jeweilige Woche vorgibt und insbesondere in der Lage ist, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Darüber hinaus vermittelt der Repetitor eben diesen Lernstoff professionell, und es ist ihm möglich, durch seine didaktischen Fähigkeiten den Studenten die Inhalte plausibel und verständlich beizubringen. Weiterhin ist die Versorgung mit Kursunterlagen ein Bonus des Repetitoriums. Man erhält als Teilnehmer eine große Anzahl an kursbegleitenden Unterlagen, die genau auf den Unterricht abgestimmt sind und folglich eine optimale Nachbearbeitung ermöglichen. Und ohne gute Unterrichtsmaterialien kann eine erfolgreiche Examensvorbereitung nicht gelingen.Zu guter Letzt erhält jeder Student eine konsequente Betreuung durch den gleichen Dozenten im jeweiligen Rechtsgebiet. Somit wird eine „einheitliche Linie“ im Unterricht generiert und Querverbindungen können aufgezeigt werden.
Wie findet man das für sich richtige Repetitorium?
Sicherlich nicht nur durch reinen Preisvergleich. Natürlich sollte man zunächst genau prüfen, welche Leistung man für sein Geld erhält. Wie groß ist zum Beispiel die Gruppe, in der gearbeitet wird? Gibt es fest definierte maximale Gruppengrößen? Welche Unterrichtsmaterialien sind im Preis inklusive? Und was muss vom Teilnehmer noch selber dazu gekauft werden? Neben diesem Angebotsvergleich sollte man sich auch einen persönlichen Eindruck vom Unterricht und dem Kursraum verschaffen. Hierbei sollte man nicht nur aufmerksam den Dozenten, sondern auch die derzeitigen Kursteilnehmer beobachten: Wissen die Teilnehmer, worum es geht? Oder nehmen sie den Unterricht eher passiv hin? Und natürlich vor allem: Können Sie sich vorstellen, ein Jahr auf diese Weise drei Mal pro Woche unterrichtet zu werden?
Braucht man auch vor dem Zweiten Examen den Repetitor?
Nach unseren Erfahrungen ist die Quote derer, die für das Zweite Examen ein Repetitorium besuchen, etwas geringer als beim Ersten. Die meisten bedienen sich jedoch auch für das Zweite Examen professioneller Unterstützung, da die Vorbereitung durch den normalen Ablauf der juristischen Ausbildung nicht ausreichend ist – hier werden hauptsächlich Aktenvorträge gehalten und geübt. Auf diese Weise kann der Examensstoff, insbesondere in derart komplexen Gebieten wie der ZPO, kaum hinreichend vermittelt werden.Die Note des Assessorexamens ist die entscheidende Karriere-Voraussetzung. Hier sollte man am Ende einer sehr langen Ausbildung also nicht an der falschen Stelle sparen.