Kaan Gürer
Referendar/Antitrust
Im Moment schreibe ich an meiner Dissertation und arbeite bei Linklaters in Nebentätigkeit im Zwei-Wochen-Rhythmus. Das finde ich für mich sehr vorteilhaft, da ich mich dadurch immer zwei Wochen am Stück gänzlich auf meine Doktorarbeit konzentrieren kann. Andere arbeiten im Vier-Wochen-Rhythmus oder kommen jede Woche zwei oder drei Tage. Hier versucht Linklaters, wirklich flexibel auf die Bedürfnisse der einzelnen Referendare einzugehen.
Auf die Idee, eine Nebentätigkeit in einer Großkanzlei anzufangen, kommt man ganz unweigerlich, wenn man an der Bucerius Law School studiert. Dort sind ja alle großen Namen der Branche allgegenwärtig, was schon bei der Benennung der einzelnen Räume anfängt. So bin ich dann auch über eine Karrieremesse der Law School zu Linklaters gekommen. Die Kanzlei hatte dort einen Stand und wir waren uns wohl sofort sympathisch. Dieser Eindruck kann dann auch nicht so ganz falsch gewesen sein, da ich anfangs nur drei Monate lang in den Alltag einer Großkanzlei „reinschnuppern“ wollte und jetzt schon seit über einem Jahr hier bin. Das liegt zum einen am Rheinland selbst, in dem ich mich – obwohl ein echtes Nordlicht – sehr schnell heimisch gefühlt habe. Dazu haben außerdem sicher auch meine Kollegen im Kartellrecht beigetragen, die viel lockerer miteinander umgehen, als ich es anfangs gedacht habe. Obwohl dabei in einer sehr professionellen Atmosphäre und auf hohem Niveau gearbeitet wird, erwartet keiner, dass man am ersten Tag bereits druckfertige Aufsätze abliefert. Man wird Schritt für Schritt einbezogen und dabei immer als Teil des Teams ernst genommen und gefördert.
Meine Aufgaben sind sehr abwechslungsreich, da wir uns im Kartellrecht häufig in ganz unterschiedliche Branchen einarbeiten müssen. Meine erste Aufgabe bestand zum Beispiel darin, den Markt für Dialysegeräte in Bezug auf die Frage der Marktabgrenzung zu analysieren. So bekommt man neben der juristischen Arbeit auch Einblicke in verschiedene wirtschaftliche Themenwelten, was ich sehr spannend finde. Für den Berufseinstieg kann ich mir das Kartellrecht und auch Linklaters sehr gut vorstellen. Aber jetzt kommen erst noch ein paar Referendariatsstationen und danach das zweite Staatsexamen – so kann ich die Entscheidung noch ein bisschen hinauszögern.


